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Uni Potsdam untersucht Kiezdeutsch und Kiezrussisch

Kiezsprache als Untersuchungsgegenstand - Foto von: © andrewburgess - Fotolia.com

Kiezsprache als Untersuchungsgegenstand - Foto von: © andrewburgess - Fotolia.com

Ein Forschungsprojekt, an dem auch die Uni Potsdam beteiligt ist, will dem Kiezdeutsch und Kiezrussisch auf die Schliche kommen. Die schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Sprachen, die vor allem von Kindern von Einwanderern beherrscht werden, sind ein interessantes Phänomen der modernen Sprache. Denn es handelt sich nicht wie häufig unterstellt um ein regelfreies Kauderwelsch aus zwei oder mehr Sprachen, sondern eher um eine vereinfachte und entschlackte Kommunikationsmethode mit genauen Regeln.

Gibt es Gesetzmäßigkeiten in den Kiezvarianten?

Unter dem Projekttitel „Urbane Stimmen: Linguistische und kommunikative Vielfalt in der Alltagssprache“ soll nun erforscht werden, ob solche Sprachwechsel gewissen Gesetzmäßigkeiten unterliegen oder eher spontan oder intuitiv erfolgen. Finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft dürfen Nadine Thielemann von der Uni Hamburg, Professor Peter Kosta aus Potsdam, Experte der slawischen Sprachwissenschaft und als gebürtiger Prager selbst ein Kind von Einwanderern, und ihre Kollegen drei Jahre lang dem spannenden Phänomen auf den Grund gehen. Insgesamt fünf deutsche Unis und die Universität in Sankt Petersburg beteiligen sich am Projekt.

Kiezdeutsch als Motor für die Modernisierung der Sprache

Bezogen auf das Deutsch-Türkische Kiezdeutsch hat es bereits eine ähnliche Untersuchung mit spannenden Resultaten gegeben: Heike Wiese konnte mit ihrer Feldstudie in Berlin beweisen, dass das Kiezdeutsch von Kindern türkischer Einwanderer eine neue Grammatik, Ausdrucksweise und Gesprächsform entwickelt und somit auch als Motor für die Modernisierung der Sprache überhaupt betrachtet werden muss. Mitnichten ist der Wechsel zwischen zwei Sprachen also ein Sprachverfall – ob das auch für die russische Community gilt? Wie findet Sprache ihre Bedeutung und wird umgekehrt Bedeutung mit Wörtern belegt? Und wie funktioniert das, wenn mehrere Sprachen im Spiel sind? Sprachwissenschaftlich aufregende Fragen, über die die Fachwelt spätestens in drei Jahren von Professor Kosta und seinen Kollegen mehr hören wird.

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