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“Opfer-Abo” – Das Unwort des Jahres 2012

Wettermann Jörg Kachelmann prägt das Unwort 2012. - Foto von: © panthermedia.net/ 1183 (Thomas Ix)

Wettermann Jörg Kachelmann prägt das Unwort 2012. - Foto von: © panthermedia.net/ 1183 (Thomas Ix)

Es ist der Schweizer Fernsehmoderator Jörg Kachelmann gewesen, der das Unwort des vergangenen Jahres 2012 prägte: Das Opfer-Abo. Diese Wortneuschöpfung wählte der Moderator, um zu beschreiben, dass Frauen in der modernen Gesellschaft in Form von Falschbeschuldigungen einen großen Vorteil erzielen können und häufig nicht als Täterinnen wahrgenommen werden.

Kritik der Jury am Opfer-Abo

Das Unwort des Jahres, das unter Vorsitz der Sprachwissenschaftlerin Nina Janich gekürt wurde, soll sprachliche Missstände aufdecken. Am Begriff des Opfer-Abos kritisierten die Sprachforscher, dass es Frauen pauschalisieren und unter General-Verdacht stellen würde. Die Forscher zitierten stattdessen Zahlen, dass nur fünf bis acht Prozent aller Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt werden, die Polizei einschalten würden und es nur in drei bis vier Prozent dieser Fälle zu einer Anzeige komme. Die Diskussion, die von Kachelmann losgestoßen wurde, ist nichtsdestotrotz ernst zu nehmen und ein wichtiges Problem für die Neuzeit. Schade, dass der erfahrene Moderator so unpräzise und diffamierend über die stereotype Opferrolle der Frau plaudert und so einer erwachsenen Debatte im Weg steht.

Pleite-Griechen und Lebensleistungsrente

Auf dem Siegerpodest landeten in diesem Jahr neben dem Begriff des Opfer-Abos auch die Wortneuschöpfungen Pleite-Griechen und Lebensleistungsrente. Der Begriff Pleite-Griechen, der im Verlauf der Euro- und Staatsschuldenkrise immer wieder gefallen ist, beleidigt ein gesamtes Volk in unangemessener Weise, so die deutschen Sprachforscher. Die Bezeichnung Lebensleistungsrente ist irreführend, nach Ansicht der Forscher fast zynisch. Denn diese neue Rentenform bietet lediglich eine kleine Zusatzleistung des Staates unter genauen Bedingungen und hat nichts mit der tatsächlichen Lebensleistung zu tun. Der Begriff erinnert an das Unwort des Jahres 2009, das Adjektiv betriebsratsverseucht. 2010 machte der Begriff alternativlos das Rennen, im Vorjahr sind es die Döner-Morde gewesen. Dagegen schaffte es ein anderer Begriff aus der Politik, sich als Wort des Jahres 2012 durchzusetzen. Der Begriff „Rettungsroutine“ beschreibt präzise die ständig wiederkehrenden Versuche, das angeschlagene Finanzsystem Europas zu retten, so die Forscher.

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2 Kommentare zu “Opfer-Abo” – Das Unwort des Jahres 2012

  1. Christoph 07.02.2013 at 7:14 pm #

    Immer wieder Lustig, dieses Unwort des Jahres ! :). Würde gerne mal mit in der Jury sitzen :)

  2. Jogi 11.02.2013 at 7:33 pm #

    Mensch, und ich dachte das Thema Kachelmann wäre überstanden !

    Finde aber dass es stimmt, Pauschalisierungen sind immer irreführend !

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