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Lese- und Rechtschreibschwäche: Diagnose und Therapie

Eine Lese- und Rechtschreibschwäche (kurz LRS, auch bekannt als Legasthenie) ist eine individuell auftretende Störung des Schriftsprachenerwerbs. Davon betroffene Kinder haben Probleme beim Lesen und Schreiben. Legasthenische Kinder lesen sehr langsam und haben oft große Schwierigkeiten, Gelesenes mit eigenen Worten zu wiederholen. Beim lauten Vorlesen vertauschen Betroffene Buchstaben, Wörter oder Wortteile in einem Satz bzw. lassen diese aus oder fügen neue hinzu. Kinder mit einer LRS machen beim Schreiben häufig Rechtschreibfehler, wobei sie inkonsequent sind. Dasselbe Wort wird in der Regel immer wieder verschieden falsch geschrieben.

In der Anfangsphase des Schriftsprachenerwerbs, also in den ersten beiden Schuljahren, machen alle Kinder dieselben Fehler. Allerdings verlieren sich diese normalerweise mit der zunehmenden Sicherheit und Routine im Lesen und Schreiben.

Vor einigen Jahren noch galt eine Lese- und Rechtschreibschwäche als Indiz für Dummheit oder Faulheit. Mittlerweile ist LRS eine anerkannte Krankheit und therapierbar. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausprägungen und Schweregraden. LRS ist zwar nicht heilbar, doch kann einem Kind bei frühzeitiger Therapie ein vernünftiger Umgang damit gelehrt werden. Diese sollte möglichst schon in der Vorschule, spätestens jedoch in der ersten Klasse begonnen werden. Es ist wichtig, nicht erst Angst vor der Schule und vor schlechten Noten aufkommen zu lassen, weshalb es in vielen Bundesländern üblich ist, diagnostizierten Legasthenikern keine Noten für Rechtschreibung zu erteilen. Kinder mit dieser Störung sind in der Regel normal intelligent und leistungsfähig, auch sehr Begabte und Hochbegabte können sie haben.

Als Ursachen werden heute zum einen genetische Ursachen vermutet, da LRS in einigen Familien besonders häufig auftritt. Als weitere Ursache konnten neurologische Probleme festgestellt werden. Betroffene zeigten bei entsprechenden Tests abweichende Aktivierungsmuster in den sprachverarbeitenden Hirnregionen. Ebenfalls wurde beobachtet, dass die zuständigen Hirnareale nicht ausreichend vernetzt arbeiten. Des Weiteren sind Wahrnehmungsstörungen sehr häufig.
bild: S. Hofschlaeger  / pixelio.de

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