Landesforschungspreis geht an Linguisten
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Die Mobilität der Menschen hat Auswirkungen auf ihre Sprache. Nur noch wenige Menschen sprechen einen eindeutigen Dialekt. Meist vermischen sich viele Sprecharten miteinander und man kann gar nicht mehr heraushören, woher die Person kommt. Ob das schlimm ist, ist fraglich. Nicht selten werden Jobbewerber nicht genommen, weil sie im Dialekt sprechen. So kann der Dialekt auch die Jobchancen senken.
Bei einer Untersuchung sind Menschen mit Dialekt und welche, die Hochdeutsch sprechen, in Bewerbungsgespräche geschickt worden. Danach interviewte man die Chefs, mit denen die Bewerber das Gespräch hatten. Das Ergebnis war eindeutig. Die Bewerber, die keinen Dialekt sprachen, sind intelligenter und intellektueller eingeschätzt worden als ihre Mitkonkurrenten. Nach der Auseinandersetzung mit diesem Thema ist den Menschen, die im Dialekt sprachen angeraten worden, sich diesen abzugewöhnen.
Doch nun scheint das Problem genau darin zu liegen, wie der Freiburger Linguist Peter Auer, in der 100.000 Euro dotierten Landesforschung herausgefunden hat. Die regionalen Unterschiede nehmen ab, hinzu kommt, dass sich die Menschen nicht mehr verwurzelt fühlen. In den letzten Jahrzehnten führte das Schulsystem zu einem Sprachwandel. Bereits in der Grundschule wird Deutsch ohne Dialekteinflüsse propagiert. Auf diese Art und Weise bekommen die Kinder das Gefühl, dass ihr Dialekt als etwas Negatives angesehen wird, etwas, das man sich abgewöhnen sollte. Nicht selten wird im späteren Lebensverlauf unterschieden zwischen privaten Gesprächen mit den Eltern oder Freunden aus der Heimat, wo man noch im Dialekt sprechen darf und dem klaren Hochdeutsch, das in der Arbeitswelt angewandt wird.
Was einem als ganz eindeutig und klar erscheint, ist trotzdem ein erforschungswertes Phänomen, dass es noch nicht lange gibt. Ein Dialekt war doch früher ein Stück Heimat. Man konnte die Person mit der man sich unterhielt besser zuordnen. Mittlerweile ist das kaum mehr möglich. Fraglich ist, wie lange Dialekte wohl noch überleben? Oder ob man etwas gegen das negative Image der Dialekte machen sollte?
2 Kommentare zu “Landesforschungspreis geht an Linguisten”
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Hallo,
einerseits klagen die Hiematvereine und die Sprachforscher darüber das Dialekte in Deutschland verschwinden und andererseits wollen die Chefs keine Dialektprechenden Mensche, weil sie sie für dümmer halten. Da die Menschen aber Arbeit benötigen um sich den Lebensunterhalt zu verdienen, gewöhnen sie sich den Dialekt ab und sorgen somit für das Austerben. Irgendwie seltsam.
Nur weil Konzernchefs Vorurteile habe, sterben Dialekte aus.
Gruß Gunnar
Servus,
Ich kenne niemanden der Hochdeutsch spricht. 99% Prozent der Deutschen sprechen Umgangssprache und die ist vom Schriftdeutschen manchmal weiter entfernt als der schönste Dialekt. Z.B.
“Junks, ia düaft nech den Bäag hochschwümm, dass geht nech. Da mach ech nech met baai, Tschüss.”
Dieser Fernsehdialekt wird durch die Medien verbreitet und in ganz Deutschland außer Bayern toleriert. Zu meiner süddeutschen Schulzeit hätte ich sicher „einen Sechser“ dafür bekommen.
Die Norddeutschen hingegen halten süddeutsches Hochdeutsch oft für Dialekt; da hallt ein wenig die preußische Hegemonie nach. Deutschland wird erst dann vereinigt sein, wenn ein Schwabe die Tagesthemen moderieren darf (und das ohne Gehirnwäsche). Von den Pisatests her wissen wir ja, dass die Südländer besseres Deutsch können; ganz vorne sind die Sachsen!
Es braucht eine öffentliche Diskussion über Umgangssprache und darüber, dass Standarddeutsch multizentrisch ist. Des Weiteren sollte im Fernsehen auch richtiger Dialekt gesendet werden, allerdings mit Untertiteln. Dann lernen vielleicht noch ein paar das Lesen.
Habe die Ehre, RD