Vodafone D2 Onlineshop

Grundlagen beim Entwurf einer Plansprache

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

Die Entwicklung von Plansprachen hat heutzutage keine weltpolitische Relevanz mehr. Nach dem Scheitern von Esperanto und der immer weitergehenden Verbreitung von Englisch als lingua franca  sind Plansprachen allenfalls noch von wissenschaftlichem Interesse. Die Unterhaltungsbranche ist absurderweise das einzige Metier, in dem die Generierung einer künstlichen Sprache wirtschaftlichen Erfolg verspricht. Drehbuchautoren von Fantasysepen greifen deshalb immer häufiger auf die Entwurfsprinzipien künstlicher Sprachen zurück.

Kunstsprachen fußen auf grundlegenden Werten, die für die Generierung unabdingbar sind. Sie müssen zunächst zweckmäßig sein. Darüber hinaus ist der Aspekt der einfachen Erlernbarkeit sowie auch der direkte sprachliche Anwendungsbereich von essentieller Wichtigkeit. Der ästhetische Aspekt der Sprache ist vor allem in Hinblick auf einen Einsatz in der Unterhaltungsindustrie ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.

Phonetik und Grammatik unterliegen simplen Regeln, die auf alle Sprachen der Welt anwendbar sind. Die gilt natürlich uneingeschränkt auch für Plansprachen. Diese müssen über ein funktionierendes Lautsystem verfügen, welche eine klare Trennung der einzelnen Laute enthalten muss. Für einfaches Verständnis sollten die Vokale und Vokalkombinationen nicht nur schön klingen, sondern auch zum ungehinderten Sprachfluss beitragen.

Die Wortbildung folgt ebenfalls einem grammatikalisch-mathematischem Muster, dass mit einiger Raffinesse auch Computer-gesteuert ablaufen kann. Unter Beachtung vorgegebener Parameter generiert ein solches Programm Worte, die einem bestimmten System oder alphabetischem Code folgen.

Darüber hinaus kann die Wortbildung auch durch das Zufallsprinzip oder durch rein subjektive Kriterien beeinflusst werden. Grammatikalische Systeme bilden die Basis einer jeden Sprache. Die Entwicklung einer solchen Grammatik kann ebenfalls über Computerprogramme erfolgen. Der Schöpfer einer neuen Sprache sollte sich natürlich auch Gedanken über ein Schriftbild machen.

Es wird deutlich, dass in unserer Zeit kein vollständiges Linguistikstudium nötig ist, um als Erfinder einer eigenen, künstlichen Sprache zu gelten. Als literarisches Beispiel kann J.R.R Tolkien genannt werden. Der Autor der legendären „Herr der Ringe“-Trilogie erfand eigens für sein Werk eine Elbensprache.


, , ,

Noch keine Kommentare.

Hinterlasse eine Antwort